|
|
![]()
|
|
Dieser
Spitz-Newsletter ist gedacht für Spitzliebhaber, Züchter und
Deckrüdenhalter, die regelmässig über aktuelle Themen informiert werden
wollen. Er gibt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Verfasser
wieder.
Wir freuen
uns über Eure/Ihre Anregungen und Vorschläge, gern auch über Kommentare
oder Leserbriefe an die Adresse
Feedback@spitzinfo.de. Ältere Ausgaben können Sie auf
www.spitzinfo.de nachlesen.
Bitte nicht
auf "Antworten" drücken, die Absenderadresse wird nicht abgefragt.
Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollen, bitten wir um eine Nachricht an Abmelden@spitzinfo.de. |
|
D N A in der Rassehundezucht - Brauchen wir das? Ich möchte Frau Dr. Ina Pfeiffer (Privatdozentin Uni Kassel, Institut für Biologie, Molekularbiologie) zitieren: „Die D N A wird die Molekularbiologie noch Jahrzehnte in Atem halten. Man könnte dieses Gebiet mit der Entdeckung eines wertvollen alten Buches vergleichen. Es ist geheimnisvoll, faszinierend und enthält eine Fülle von Buchstaben und Bildern, die neugierig machen und Lösungen erwarten. Leider sind bisher nur die Buchstaben bekannt. Wir müssen lernen sie zu Wörtern zusammen zu fügen um die Sätze und einzelne Kapitel zu verstehen.“ (Der Hund hat 39 Chromosomen und ca. 29.000 Gene). In
bestimmten Abschnitten des Erbguts (D N A), den so genannten Genen, ist
die
genetische Information jedes
Lebewesens abgespeichert. Mittlerweile wurde das Genom, d.h.
die Gesamtheit dieser Informationen entschlüsselt. Das Bostoner BROAD-Institut
dechiffrierte rund 2,4 Milliarden DNA-Bausteine.
Die detaillierte Erbgutanalyse soll nicht nur genauere Einsicht in
Hundekrankheiten geben, sondern kann unter Umständen auch der Gesundheit
des Menschen dienen. Hund und Mensch sind sich genetisch
sehr ähnlich und bei vielen Gesundheitsstörungen lassen sich Parallelen
zwischen bestimmten krankhaften Gen-Defekten beim Hund und beim
Menschen feststellen. Die D N A bietet jedoch noch mehr. Da über
die Stammbäume unserer Rassehunde eine Zuchtauswahl nach bestimmten
(sichtbaren) Merkmalen stattfand, kam als unerwünschtes „Beiprodukt“ ein
gehäuftes Auftreten von Erbleiden zum Vorschein. Diese Defektgene können
von speziell entwickelten Markern aufgespürt werden. Für
unterschiedliche Rassen braucht man vielfach leider unterschiedliche Marker.
In diesem Zusammenhang werden weltweit Monat für Monat neue Marker entdeckt. Für den Wolfsspitz gibt es einen Test für: PHPT (Primärer Hyperparathyreoidismus). Eine Erkrankung, die mit vorzeitigem Altern (um das 7. Lebensjahr) und frühzeitigerem Tod im Alter von 8 / 9 Jahren kurz umrissen werden kann. Info`s zu dieser Erkrankung gibt es unter: http://www.vet.cornell.edu/labs/goldstein/ Sie können eine Zusammenfassung auf deutsch bei: dieter.borchert@t-online.de oder christian-beck@t-online.de anfordern. Engagierte Züchter haben die Möglichkeit, dieses erforschte Wissen zu nutzen. Durch das Wissen über positiv bzw. rezessiv vererbende Zuchttiere können wir Entscheidungen zum Wohle der Gesundheit unserer ungeborenen Spitze treffen. Auch in Bezug auf das „Neue Kaufrecht“ kann man hier „Sicherheit“ erwerben, da unter diesem der Züchter auch für versteckte "Mängel" eines Hundes haftet, wenn diese bei Verkauf bekannt sein hätten können. Ein Züchter, der aktuelle wissenschaftliche Methoden nutzt, zeigt Verantwortung und Fürsorge, genießt mehr Vertrauen bei seinen Welpenkäufern. In England bietet der Kennel-Klub (Pendant des VDH) seinen Mitgliedern seit Jahren DNA Analysen und Speicherung , den sog. DNA Profiling Service, an. Der VDH in Deutschland ist leider noch nicht so weit. Viele deutsche Hundezuchtvereine bieten ihren Mitgliedern den Service schon an, für Spitz-Züchter und -Halter wurde ein Angebot der Universität Kassel erstellt, welches hier näher erläutert werden soll. Cluster-Studie in Kassel Hier soll die DNA-Untersuchung genutzt werden, um eine genauere Aussage über die vorhandene genetische Vielfalt eines Individuums in Bezug auf seine Rassezugehörigkeit zu treffen. Zum Hintergrund: Die Großspitze sind vom Aussterben bedroht, die Mittelspitze stark gefährdet. Die sehr kleine Zuchtbasis bei speziellen Farben der Kleinspitze und Wolfsspitze wird durch Vorlieben von z.B. oft eingesetzten Rüden immer weiter eingeschränkt. Die genetische Vielfalt ist bei eigentlich allen Varietäten erheblich zurückgesetzt. Es stehen nur wenige Zuchtpartner zur Verfügung, die zusätzlich noch eng oder engst miteinander verwandt sind. Das Risiko steigt, nicht nur die erwünschten Merkmale zu vervielfältigen, sondern auch die Anfälligkeit für Krankheiten zu steigern, da auch rezessiv vererbte Krankheiten verstärkt auftreten können. Im Mai 2006 trafen sich verschiedene Großspitzzüchter zu einem runden Tisch, um nach Lösungen zu suchen, wie man aus dieser Enge herauszüchten könnte. Die Folgen durch den hohen Verwandtschaftsgrad (Inzuchtdepression) sind erdrückend. Unsere Zuchtordnung schränkt weiter ein. Zuchtprogramme sind nicht bekannt. Sondergenehmigungen brauchen lange. Der VDH-Zuchtausschuß und der wissenschaftliche Beirat des VDH fußen zwar ebenfalls auf wissenschaftlichen Ergebnissen, brauchen aber eine lange Vorlaufzeit. Das Institut für Biologie der Universität Kassel (Frau PD Dr. Ina Pfeiffer) bot Hilfe an und lud uns zu einer Einführung ein. Die
Themen: Die Uni
Kassel stellte uns die Cluster-Studie vor, hierbei werden Blutproben von
möglichst wenig verwandten Spitzen benötigt. Nehmen
wir uns für die bildhafte Vorstellung den Sternenhimmel, einen
wundervollen Abendhimmel. Tiefblau und mit unzähligen Sternen. Stellen
Sie sich bitte vor, jedes Sternchen ist ein Spitz. Sie haben
individuelle Positionen, und werden ihr eigenes Sternenbild abgeben. Je
dichter die Sterne beieinander stehen, desto enger sind sie verwandt.
Jede Rasse bildet eine Sternenwolke. Besonders spannend wird es, wenn
wir eine entsprechend hohe Anzahl pro Varietät bekommen. Wie wird sich
das Bild verändern. Hat jede Varietät ihre eigene Wolke oder bilden sie
eine große Spitzwolke im Sternenbild?
Am Ende der Veranstaltung stand fest, wir wollen versuchen, eine solche Cluster-Studie für die Spitze erstellen zu lassen, um Fakten zu erhalten. 15 Rassen und der Wolf in der Urform wurden hier bereits untersucht. Wo befindet sich der Spitz unter ihnen? Wie stehen die Spitze im Vergleich zu den anderen Rassen da in Bezug auf genetische Vielfalt? Nach Abschluss der Studie bietet die Uni an, die Ergebnisse auszuwerten. So werden Aussagen getroffen bzgl. der genetischen Vielfalt der Zuchtpartner. Mit welcher Verpaarung züchten wir aus der genetischen Enge heraus? Welche Verpaarung bietet die größtmögliche genetische Vielfalt? Wie dicht sind Großspitz und Wolfsspitz noch verwandt, ist ein Registerhund ein „reinrassiger“ Spitz? Was bringt uns die Öffnung der Farben? Für die
Cluster-Studie werden Blutproben von möglichst vielen Spitzen benötigt,
die möglichst wenig verwandt sind. Teilgenommen haben bisher: 25 Großspitze, 42 Wolfsspitze, 22 Klein- u. Mittelspitze, 0 Zwerge Im Preis von ca. € 30,- sind enthalten:
Weitere Infos und die Formulare: http://wwwuser.gwdg.de/~ipfeiff/forschung.htm Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen direkt an Frau PD Dr. I. Pfeifer, Institut für Biologie, Kassel, E-Mail: ipfeiff@gwedg.de, Telefon: 0561 / 804 4775 Die GKF Gesellschaft zur Förderung kynologischen Forschung, Bonn (www.GKF-Bonn.de) Ich möchte mich bei
Frau Dr. Pfeiffer für ihre engagierte Mitarbeit bedanken. |
|||
Mit wedelnden Grüßen aus dem wenig winterlichen Schleswig-Holstein Annette L. Beck |
|
Falls Sie
diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollen, bitten wir um eine
Nachricht an
Abmelden@spitzinfo.de.
|